WLAN im großen Haus: wie man es richtig macht
Ein Router deckt 500 m² nicht ab. Sie brauchen ein Mesh-Netzwerk oder mehrere Access Points mit nahtlosem Roaming. So planen Sie
Warum ein Router nicht ausreicht
Ein Standard-Heimrouter deckt WLAN in ein bis zwei Räumen ab. In einem großen Haus (ab 200 m²) oder einer Wohnung mit Betonwänden schwächt sich das Signal ab, es entstehen tote Zonen, die Geschwindigkeit sinkt um das 5-10-fache.
Verbrauchergeräte (TP-Link, Keenetic, Mikrotik hAP) sind für 5-10 Geräte ausgelegt. Ein Smart Home hat 30-80 Geräte: Telefone, Tablets, Laptops, Fernseher, Kameras, Sensoren, Lautsprecher. Der Router kommt mit NAT und Routing einfach nicht zurecht.
Strukturiertes Verkabelungssystem (SVS)
SVS ist das Nervensystem des Hauses. Kupfer-Cat6A-Leitungen (10 Gbit/s) von jeder Steckdose zum Patchpanel-Schrank. Glasfaser (Single-Mode oder Multi-Mode) für Backbones und zwischen Gebäuden.
Telekommunikationsschrank (19 Zoll, 12U-42U) — normalerweise in einem Technikraum oder Schrank. Dort kommt die Glasfaser vom Anbieter an, Router, Switches, NAS, Smart-Home-Controller, USV sind installiert.
Standard — TIA-568 (Cat6A) oder ISO/IEC 11801. Jede Steckdose ist beschriftet, das Patchpanel im Schrank ist ebenfalls beschriftet. Dies ist eine Infrastruktur, die 15-20 Jahre ohne Austausch funktioniert.
WLAN: Mesh vs verkabelte Zugangspunkte
Mesh (Ubiquiti UniFi, TP-Link Deco, Asus ZenWiFi) ist einfacher zu installieren, keine Kabel zu jedem Punkt nötig. Minus: Bandbreite wird zwischen Punkten geteilt, Latenzen sind höher.
Verkabelte Zugangspunkte (Ubiquiti UAP, Aruba Instant On, Cisco Meraki) — jeder Punkt ist über Ethernet mit einem Switch verbunden. Maximale Geschwindigkeit, minimale Latenzen, nahtloses Roaming über 802.11k/v/r.
Für ein Haus 200+ m² empfehlen wir verkabelte Punkte. Mesh ist für Wohnungen und kleine Häuser, wo keine Kabel gezogen werden können.
Nahtloses Roaming 802.11k/v/r
Ohne diese denkt das Telefon beim Wechsel zwischen Punkten: verliert 2-5 Sekunden die Verbindung, schaltet manchmal nicht auf den nächsten Punkt um, sondern auf den stärksten (oft nicht optimal).
802.11k ist eine Liste benachbarter Punkte (das Telefon weiß, wohin es wechseln soll). 802.11v ist eine Punktempfehlung vom Controller. 802.11r ist schnelles Umschalten ohne erneute Authentifizierung (kritisch für VoIP).
Alle drei Protokolle müssen in den Zugangspunkteinstellungen aktiviert sein. Nicht alle Verbraucherrouter unterstützen dies — professionelle (Ubiquiti, Aruba, Cisco) tun dies.
VLAN und Segmentierung
VLANs sind virtuelle Netzwerke auf derselben physischen Ausrüstung. Für ein Smart Home werden mindestens 4 VLANs empfohlen: Haupt- (Computer, Telefone), Gast- (WLAN für Gäste), IoT- (Kameras, Sensoren, Lautsprecher), Management-VLANs (KNX/Lutron/Crestron-Controller).
Warum: IoT-Geräte haben oft Schwachstellen. Wenn eine Kamera gehackt wird — befindet sich der Angreifer in einem isolierten VLAN, ohne Zugriff auf Computer und Controller.
Die Einrichtung von VLANs auf Heimgeräten erfolgt über einen Managed Switch (ab 3000 ₽) und einen Router mit VLAN-Unterstützung (Mikrotik, Ubiquiti EdgeRouter).
Anbieter und Kanalredundanz
Ein Anbieter ist ein single point of failure. Für kritische Systeme (Videoüberwachung, Smart Home) — zwei Anbieter mit automatischer Umschaltung (Dual-WAN).
Verbindungstyp: Glasfaser (GPON, 1-10 Gbit/s) ist die Hauptverbindung. LTE/5G-Modem als Backup. Satelliteninternet (Starlink) — für entfernte Standorte.
Die Abstimmung mit dem Anbieter erfolgt in der Planungsphase. Glasfaser ins Haus führen, Platz für den Schrank, IP-Adressen (statisch für Fernzugriff auf Kameras).