KNX: was und warum
Europäischer offener Gebäudeautomationsstandard. Verdrahteter Bus, 500+ Hersteller kompatibler Geräte
Was ist KNX
KNX ist ein offener internationaler Standard für Gebäudeautomation (EN 50090 / ISO/IEC 14543). Es ist ein verdrahteter Bus, über den intelligente Geräte kommunizieren: Dimmer, Schalter, Sensoren, Thermostate, Jalousien, Klimaanlagen.
Der Standard ist über 30 Jahre alt und wird von mehr als 500 Herstellern unterstützt (ABB, Schneider, Hager, Gira, Jung, Berker, MDT, Theben). Geräte verschiedener Marken sind miteinander kompatibel, was Wahlfreiheit bietet.
Wann man KNX wählt
KNX ist der Standard für Wohnungen und Häuser ab 100 m², bei denen mindestens 10-15 Lichtgruppen, Jalousien und Klima gesteuert werden müssen. Für ein kleines Studio mit einer Lampe — überdimensioniert.
Es passt gut in die Renovierung: KNX-Kabel werden zusammen mit Stromkabeln während der Rohbauphase verlegt. Nach dem Finish — Panels, Dimmer und Sensoren werden installiert.
Für Objekte ab 200 m² — praktisch der De-facto-Standard im Hi-End-Segment in Europa. In Russland — die erste Wahl unter ernsthaften Integratoren.
Wie der KNX-Bus funktioniert
Das KNX-Kabel ist eine grüne Twisted-Pair-Leitung (normalerweise 2×2×0,8 mm). Es wird sternförmig oder in einer Schleife vom Schaltschrank verlegt. Jede Linie — bis zu 64 Geräte, maximal 15 Linien in einer Zone über Linienkoppler.
KNX-Geräte werden vom Bus selbst mit Strom versorgt (24V DC). Es sind keine separaten Netzteile für jeden Sensor erforderlich. Die Buslastkapazität beträgt 640 mA pro Linie.
Die Programmierung erfolgt in ETS (Engineering Tool Software) — einer Entwicklungsumgebung für KNX-Projekte. Die Lizenz kostet ~1000 €, aber jeder zertifizierte KNX-Partner hat eine.
Was KNX kann
Lichtsteuerung: Dimmen, Szenen, Präsenzmelder, astronomische Zeitschaltuhr (Sonnenaufgang/-untergang). Jalousiesteuerung: Jalousien, Rollläden, Plissees, Markisen. Klimatisierung: Heizkörper, Fußbodenheizung, Gebläsekonvektoren, Klimaanlagen.
Szenarien: Morgen (Jalousien öffnen sich auf 30%, Licht 50%, Fußbodenheizung im Bad schaltet sich um 6:30 ein). Kino (Licht geht aus, Jalousien schließen, Projektor schaltet sich ein, Klimatisierung wechselt auf Komfort). Haus verlassen (alles schaltet sich aus, Alarmanlage aktiviert, Anwesenheitssimulation).
Integration mit anderen Systemen: über KNX-Gateways — mit Lutron (RF), Crestron, Audio-Video, Zutrittskontrolle, Brandmeldeanlage, Wetterstationen, Solarmodulen.
Zertifizierung
Ein zertifizierter KNX-Partner ist ein Ingenieur, der von der KNX Association geschult wurde. Es gibt zwei Stufen: KNX Partner (Basis) und KNX Advanced (Erweitert).
Das Zertifikat wird alle 2 Jahre erneuert. Dies stellt sicher, dass Ihr Integrator über die neuesten Änderungen im Standard und neue Geräte informiert ist. Ohne Zertifikat — die Arbeit mit KNX wird nicht empfohlen: zu viele Nuancen, die keine Fehler verzeihen.